Arbeitgebersitz im Ausland

Anstellung eines Mitarbeiters mit Wohnsitz in der Schweiz, ohne dass der Arbeitgeber einen Sitz in der Schweiz hat.

Seit dem Inkrafttreten des Freizügigkeitsabkommens zwischen der Schweiz und der Euro-päischen Gemeinschaft ist in den Beziehungen zwischen der Schweiz und den Mitgliedstaaten der EU auf dem Gebiet der Sozialen Sicherheit die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 (http://www.admin.ch/ch/d/sr/c0_831_109_268_1.html) anwendbar. Diese bestimmt in Artikel 13 Absatz 2 lit. b, dass eine Person, die im Gebiet eines Mitgliedstaats eine Erwerbstätigkeit ausübt, den Rechtsvorschriften dieses Staates unterliegt, und zwar auch dann, wenn ihr Arbeitgeber seinen Sitz im Gebiet eines anderen Mitgliedstaats hat.

Auch das schweizerische Recht stellt für die Versicherungsanknüpfung auf die Ausübung der Erwerbstätigkeit ab: Nach Art. 1a Abs. 1 lit. b AHVG sind Personen, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben, obligatorisch in der AHV versichert. Neben der Abrechnung mit der AHV-Ausgleichskasse (für AHV/IV/EO und Arbeitslosenversicherung) muss der Arbeitnehmer einer Vorsorgeeinrichtung der beruflichen Vorsorge oder der Auffangeinrichtung BVG (http://www.aeis.ch) angeschlossen werden. Er muss auch unfallversichert werden, entweder bei der SUVA (für Betriebe nach Art. 66 UVG: http://www.suva.ch/fragen_obligatorisch_versichert) oder bei einem privaten Unfallversi-cherer (alle anderen Betriebe). Schliesslich ist der Arbeitgeber einer Familienausgleichskasse anzuschliessen. Zuständig ist die kantonale Familienausgleichskasse des Wohn-kantons (in der Regel die kantonale AHV-Ausgleichskasse).

Die Durchführungsverordnung zur Verordnung (EWG) Nr. 1408/71, die Verordnung (EWG) Nr. 574/72 (http://www.admin.ch/ch/d/sr/0_831_109_268_11/index.html) sieht in Artikel 109 vor, dass ein Arbeitnehmer, der in einem Land für einen Arbeitgeber tätig ist, welcher dort keine Niederlassung hat, mit diesem vereinbaren kann, dass die Sozialversiche-rungsbeiträge vom Arbeitnehmer bezahlt werden. Dabei wird der Arbeitgeber allerdings nicht von seiner Haftung befreit, sondern es geht einzig um eine Erleichterung der Beitragsabrechnung. Eine Vereinbarung nach Artikel 109 der Verordnung (EWG) Nr. 574/72 beruht in jedem Fall auf Freiwilligkeit. Wird keine Vereinbarung abgeschlossen, so muss der ausländische Arbeitgeber direkt mit den zuständigen schweizerischen Sozialversiche-rungsträgern abrechnen.

Im Internet ist ein Formular für eine Vereinbarung nach Artikel 109 über die Beitragsentrichtung abrufbar: http://www.sozialversicherungen.admin.ch/storage/documents/1282/1282_1_de.pdf (deutsch), http://www.sozialversicherungen.admin.ch/storage/documents/1283/1283_1_fr.pdf (fran-zösisch). Darin sehen Sie, welche Stellen die Vereinbarung entgegennehmen.

Weitere nützliche Informationen:
- Übersicht über die schweizerische soziale Sicherheit - Stand: 1.1.2007
- Schweizerische Sozialversicherung - synoptische Tabelle der anwendbaren Beitrags- und Prämiensätze (Stand am 1. Januar 2007)